Transkript
Wie wurde aus einer Gefälligkeit für einen Freund der Ausgangspunkt für ein eigenes Geschäftsprojekt?
Ja, mein eigenes Unternehmen.Wie bin ich dahin gekommen?
Ich hätte es tatsächlich am Anfang meines Lebens nicht gedacht beziehungsweise am Anfang meiner Karriere.
Ich wollte immer eine Festanstellung und die hatte ich irgendwann und war da auch sehr, sehr glücklich.
Und ich sage immer, ich saß in einem sehr warmen, weichen, bequemen Sessel,in einem sehr gut bezahlten Sessel.
Und eines Tages kam ein Freund an und meinte:„Madeleine, hier in meinem IT-Unternehmen würde ich gern die Mitarbeiteranzahl verdoppeln.“ Ich so: „Ja, okay.
Nicht ganz einfach im Bereich IT, aber gut.“ Und der meinte: „Du machst doch was mit HR.
Kannst du mir mal helfen?“ Ich so: „Ja, HR ist ein weites Feld.
Aber klar, ich gucke es mir mal an.“ Ich habe mich zu der Zeit auch einfach für das Thema Employer Branding und Stellenanzeigen schon sehr interessiert, auch wenn das in dem Moment in meinem Hauptjob gar nicht mein Hauptthema war.
Und dann haben wir uns gemeinsam die Karriereseite angeguckt, haben ein bisschen die Stellenanzeigen umgeschrieben.
Gar nicht viel.Es war in meiner Wahrnehmung überhaupt nicht viel.
Und dann kam ein paar Wochen später ein Anruf: „Madeleine, der Bewerbereingang hat sich komplett gedreht.
Endlich kriege ich die Leute, die ich gerne haben möchte.“ Es war ein total verrücktes Gefühl.
Und dann kam der Satz: „Das musst du noch mehr Leuten erzählen.“ Und ich sage: „Ach Quatsch. Wozu?“ Und „Selbstständig?
Nein, brauche ich nicht.“ „Ich verdiene ja gut, mir geht’s gut. Mir geht's gut.hab grad ein Kind gekriegt.
Nein, eher nicht.“ Und trotzdem war das so ein Gedanke, der einfach in meinem Hinterkopf geblieben ist, den ich nicht mehr losgeworden bin.
Und ich bin dann auf die Zukunft Personal Messe gegangen und habe dort Leute gefragt, wie das aussieht mit so Employer-Branding-Projekten und was sie dafür zahlen würden, wenn da jemand sie berät und wie teuer, also was das bedeutet.
Weil ich konnte mir kein teures Hobby leisten.Es war klar, wenn ich was mache, dann muss ich damit Geld verdienen auf irgendeine Art und Weise.
Ja, und dann habe ich festgestellt, die Menschen bezahlen dafür tatsächlich Geld beziehungsweise die Unternehmen zahlen tatsächlich Geld für solche Projekte.
Und das war der Moment, wo ich gemerkt habe, ich habe einen Business Case und habe angefangen, mir Workshops auszudenken und riesige Konzepte zu machen.
Und ich habe das tatsächlich neben meinem Vollzeitberuf habe ich angefangen, Workshops zu konzipieren.
Und das hat am Anfang einfach niemanden interessiert, weil das kannte mich ja niemand.
Und ich habe das versucht, irgendwie über Bekannte und Freunde irgendwie zu pushen.
Das hat aber einfach niemand gekauft.Das war der Moment, wo ich dann gedacht habe: Okay, irgendwas muss ich für das Marketing tun?
Ich probiere mal dieses LinkedIn.Ich hatte da so ein Profil mit 200 Menschen, die ich tatsächlich auch kannte aus dem Studium, aus dem Job, und habe dann angefangen, dort zu posten und war sehr frustriert am Anfang, wie wahrscheinlich absolut alle, die auf LinkedIn anfangen.
Es ist sehr frustrierend, dass solche Dinge wie Studien oder wie irgendwelche Fakten einfach kaum Views bekommen.
Und wenn ich irgendwie aus dem Urlaub gepostet habe, dann das plötzlich irgendwie durch die Decke ging und ich fand das so ätzend, weil das hat mich einfach sehr, sehr genervt.
Aber alle, die auf dieser Plattform mal waren, wissen, wovon ich spreche.
Ich habe aber tatsächlich nicht aufgegeben und habe angefangen, über Stellenanzeigen zu posten und habe immer so kleine Tipps geschrieben.
Das kann ich auch tatsächlich jedem empfehlen: Ein Thema pro Post ist sehr,sehr sinnvoll und so nach und nach wurde ich offensichtlich für das Thema Stellenanzeigen bekannt, weil ich ungefähr nach einem halben Jahr den ersten Kunden hatte, der tatsächlich über LinkedIn kam,weil der meine Posts gesehen hat.
Und habe dann angefangen mit diesen Stellenanzeigen-Workshops.
So ging das Ganze los.Ja, bin da so reingerutscht.
Und es war während der Pandemie, das heißt, während der Corona-Zeit.
Es hat dann plötzlich niemand mehr gefragt, dass ich das online mache.
Das war eine meiner größten Ängste, mit einem mit meinem kleinen Kind zu Hause,dass ich da irgendwie durch die DACH-Region reisen muss.
Und das Problem war dann einfach nicht mehr vorhanden, weil niemand mehr gefragt hat: „Warum machen wir das digital?", sondern „Wir machen das digital!“ Es war überhaupt kein Problem mehr plötzlich.
